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Kurzbeschreibung
In die Wandflächen zwischen modernen Kunstwerken werden Sammelkanäle geschnitten und Gefäße, wie sie zur Baumharzgewinnung üblich sind (u.a. Rohstoff für Lacke) darunter angesetzt.
Die Unterdrückung eigener Impulse führt zur Veränderung des Tonus ähnlich der Anspannung in einer Bewährungssituation. Die Angst vor dem Nichtrichtigwissen ist eine Absonderung des Betrachters, ein Film der sich über die Bilder legt (Absonderung = Abtrennung/ Ausscheidung; Film = Schmutzfilm/ Projektion).
Es wird bildlich vorgestellt, daß sich die Anwesenheitsspuren der Besucher wie Sedimente auf den Bildern ablagern. Die an den Bildern vorbeigegangenen Ergebnisse der Betrachter werden wie eine kostbare Ausscheidung gesammelt.

Hintergrund
Bilder verändern sich durch ihr Betrachtet werden. Bereits Gesehenes legt sich als Interpretationsvorgabe darüber. So werden immer neue Klassiker entdeckt.

Der simultane Gesamtgenuß an Bildern ist einem nachvollziehenden, lesend-linearen Verstehen gewichen. Die Bildbetrachtung unterliegt dem Diktat deutenden Wissens. Die zunehmende Komplexität auch der Kunst führt Betrachter in Angst, das Bild nicht verstehen zu können. Anstatt die Bilder im eigenen Verständnisrahmen zu erkennen, sich adaptiv so anzueignen und im eigenen Erleben zu verankern, auch um den Preis von Auslassungen infolge mangelnder Kenntnisse, wird Kunstbetrachtung dem Ansprüchen unterworfen, möglichst alle, auch nichtkünstlerische, Kontexte kennen zu müssen. Das ist oft überfordernd. Die für eine wahre Begegnung ausreichende Freude am Blickfeld und die damit verbundenen eigenen Affekte werden unterdrückt; die Aufmerksamkeit gilt statt dessen dem Audioguide-Unterricht. Die Haltung vor Bildern ist zu einer Machtfrage geworden; man steht dort in Angst vor Verlust der Deutungshoheit. Die empfundene Wissensohnmacht verursacht Übersprungshandlungen (wie Simplifizierung, Spott, Verehrung, Zusammenbrüche). Abwehr verursacht Streß.
Darüber lagert sich noch die Restbildwirkung, die nicht dem eben beschriebenen Vorgang unterliegt. Die Unmessbarkeit des sinnlichen Begreifens überwältigt einen Teil unseres Selbst und bindet die Überwältigung durch das empfundene Nichtwissen mit ein.
Die Dominanz der Kunst ist unerträglich geworden.

Der beschriebene moderne Betrachtungsansatz wird auch auf den Umgang mit klassischen Werken übertragen.

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  • 1998, „Ausstellung Nr. 87“, Portikus- Frankfurt
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  • Thomas Brachert: Patina, München 1985
  • Alexander Smoltczyk: Der Stendhal-Schwindel, in Spiegel 7/2008
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1998, Musterwand: Putzschnitt und
Harztopf aus Glas, ca. 90 x 30cm,
vorgesehen für Installation innerhalb einer
öffentlichen Präsentation von Werken des
20./ 21. Jh.
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Essen, Museum Folkwang, Sammlung von Besucherschweiss, Entwurf
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Harzgewinnung auf dem Darß, bis 1990

Peter Bux: Einstweilen.dePeter Bux: Einstweilen.de