Kurzbeschreibung
Gezeigt wird ein Gebäudequerschnitt mit zwei Geschoßebenen. Die Damokles-Legende wird inszeniert. An Stelle des Pferdehaares als Schwertaufhängung ist hier der Dübel die Kontaktstelle. Seine für eine Lampe bestimmte Tragkraft wird dramatisch überlastet, so dass jeder Moment voller Ungewissheit über seinen Versagenswiderstand ist.
Direkt über dem Dübel, in der nächst höheren Etage, tritt eine Luftgitarristin auf. Last und Lust wirken gemeinsam lockernd am Dübel.
Alles ist nur Vision. Der am Lampenhaken hängende grobe Klotz bildet die Oberflächen der umgebenden Möbel ab. Er ist gleichermaßen unwirklich, wie der Auftritt der Luftgitarristin.
Hintergrund
I
"Damokles, ein Höfling des jüngeren, wohl auch schon des älteren Dionysios von Syrakus (4. Jhd. v. Chr.). Dionysios ließ ihn unter einem Schwert, das an einem Pferdehaar hing, alle Genüsse einer fürstlichen Tafel kosten. Daher wurde das Damoklesschwert sprichwörtlich für die im Glück stets drohende Gefahr."
Brockhaus Lexikon, dtv, 1982
II
„Damoklesdübel“ zeigt das Misstrauen in die Sicherheit eines alltäglichen Refugiums. Das Haus als unbehauster Ort. Das Haus als täglicher Auftrittsort des Misstrauens in das Gehäuse. Gründe geben nach, Wände folgen, Putze lösen sich ab und auf. Aus Ritzen dringen der Pilz, der Dunst, das Salz, die sieben Plagen. Ritzen sind Risse im guten Gewissen der Statik. Doch um so geschlossener die Oberflächen, um so stärker schwillt Verdacht auf verborgenes Eigenleben. Ein Überlebenskampf gegen die schützende Höhle, als wäre das Innen ein vorgestelltes Außen, als könnte man nach getaner Arbeit in einem weiteren Innen ruhen. Bleibt aber nur das Hinsinken an den Feind als einzige Entspannung. Eine Obsession mit ungewissem Ausgang. Eine Obsession mit endlosem Ausgang. Denn das Wesenlose der Bedrohung steht im direkten Zusammenhang mit der Lust am Festhalten daran.
Triumph! so lang der Dübel hält.










