Diktatorenpop!
1. Sich am Schauwert zu vergnügen erlöst von der Angst vor Überforderung durch nähere Auseinandersetzung mit dem Inhalt. Dank des Sicherheitsabstandes wird eine „Fernseh-Diktatur“ gern reduziert auf den Unterhaltungswert des Diktators. Die Politik wird zur Inszenierung mit dem Diktator als Model seiner Ideologie. Diese Leichtfertigkeit ist Teil einer Verwahrlosung des politischen Empfindens.
2. Orden sind Abzeichen besonderer Verdienste. Bei der Selbstinszenierung des Diktators werden auch die Verdienste inszeniert.
Mit der Vervielfältigung der Ordensbandspange als "Gaddafi-Style" wird ihr Dekorationszweck herausgestellt. Zur Steigerung der Inhaltsbefreiung wurde "Gaddafi-Style-junior" gleich mit ediert.
3. Von Geburt an bereitet es uns Spaß, wenn andere unserem Willen gehorchen. Der innere Kind-Diktator registriert auch später mit Neid die Möglichkeiten realer Diktatoren, Land und Welt zu ihrer Zufriedenstellung zu nutzen.
Gaddafi gestaltet szenische Bilder seiner Verfügungsmacht, die u.a. häufigen männlichen Wünschen entsprechen und die die heimliche Anverwandlungslust fördern.
4. Die Begierde, sich den blink!- Effekt der Ordensbandspange anzueignen, verursacht ein Gefühl des Unanständigen, wenn die Herkunft konnotiert wird, da ein offener Widerspruch zum politisch korrekten Handeln besteht. Das Gefühl des Unanständigen verstärkt rückkoppelnd das Besitzstreben und! die Kontrollversuche, was zu großen Spannungen führt. Die Lust-Abwehr-Doppelbindung ist typisch für problematische Indifferenz im Umgang mit Macht.













