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1.
Risiken und daraus entstehende Gefahren waren immer allgegenwärtig. Mit der heutigen technischen Potenzierung überschreiten die Auswirkungen von Gefahren jedoch häufig die Grenzen ihrer Systeme und man kann ihnen deshalb nicht mehr so leicht entkommen, wie hergebrachte Verhaltensmuster es vorgeben. Notgedrungen kann es nur um ein besseres Arrangement mit Gefahren gehen.
Die Abhängigkeit von administrativer Energie-, Informations- und sonstiger Versorgung hat die individuellen Überlebensfähigkeiten herabgesetzt. Das führt im Katastrophenfall zu Orientierungslosigkeit. Unabhängige Urteile zu finden, wird das Überleben sichern.
Wichtig scheint deshalb vor allem, mit Gefahren umgehen zu lernen und Risiken einschätzen zu können. Das souveräne Gefühl für den notwendigen eigenen Handlungsspielraum kann sich aber nur nach wiederholter geglückter Bewältigung von Gefahrensituationen bilden. Eine Gesellschaft, deren Kinder völlig in sicherheitstechnisch überwachten Umgebungen aufwachsen, besitzt eine ungenügende Toleranz, um mit Zufällen, auch den Nichtriskanten, angemessen umgehen zu können. Das wirkt sich auf jeden Lebensbereich aus und ist selbst gefährlich.
Es ist im Übrigen Tatsache, dass die Rettungsbewegungen einer Masse oft mehr Opfer fordern, als wenn sich die Gefahrenquelle direkt ausgewirkt hätte. Kleine Strömungswiderstände verursachen nachfolgend Hochverdichtungen, die keinen Ausweg lassen.

2.
Auf einer Übersichtstafel des Raumes oder der Etage, die den Betrachterstandort enthält, werden alle Orte markiert, an denen ein Bleiben im Gefahrenfall möglich scheint.
Bei der Orientierung vor der Tafel wird der Betrachter mit plötzlichem Schrecken erkennen, dass es sich bei den Markierungen nicht um die gewohnte Fluchtwegdarstellung handelt, sondern um die verbleibenden Restflächen. Es wird also ein Ausharren in der Gefahr angeboten. Der Schrecken über diese Zumutung ist ein ernsthaftes Bilderlebnis. Die Art der Nutzung, parallel zur dramatischen Situation, kann hier nicht bestimmt werden.

Erstellungsvorgang
1) In einem architektonischen Grundriss werden die festen Einbauten eingetragen. Danach werden Fluchtbewegungen vor Ort simuliert. Es wird von einer mittleren Menge Personen ausgegangen, die der Wirkung motorischer Infektion unterliegt. Für eine möglichst gleichmäßige Musterausbildung wird die Vorstellung eines plötzlich und allseitig wirkenden, nicht zu ortenden Gefahrenpotentials zu Grunde gelegt. Nutzungsgewohnheiten, die die Fluchtbewegung beeinflussen, werden mit Interviews erfasst. Es entstehen detaillierte Flussbilder von Personenströmen, die in den Grundrissen kartiert werden.

2) Die Überlagerung von Grundriss und den durch Nutzung belegten Flächen (Personenströme + Einbauten) ergibt die Restbereiche, die noch zur Verfügung stehen. Diese stellen die "Nutzbaren Bodenflächen bei Panik" dar. Sie werden auf grünen Tafeln mit Nachleuchtfarbe grafisch hervorgehoben.

3) Das Modell berücksichtigt nicht die Eigendynamik kleiner Gruppen oder Kulminationen an Individualturbulenzen, wie sie in Computerberechnungen einbezogen werden, sondern ist vereinfacht zu einem Strömungsbild, in dem sich die Menge teilt und staut ohne ihre erste Absicht mit Zweitreaktionen zu überlagern. Einzelentscheidungen werden ebenfalls grafisch vernachlässigt. Insofern ist die künstlerische Vorstellung von Panik (= Überreaktion, hier im Beispiel darauf, mit vielen Menschen in kurzer Zeit enge Stellen passieren zu müssen) im Verhältnis zum Ernstfall in einer Weise gemäßigt, als bestünde intelligente Kommunikation über die gesamte Menge hinweg.

 

Ausführungen

  • 1998, Galerie Fruchtig- Frankfurt: Tempera auf S/W-Digitaldruck, 100 x 70cm
  • 1999, Deutsches Ledermuseum EG- Offenbach: Aquarell auf S/W-Digitaldruck, 155 x 91cm
  • 2000, Galerie Pankow- Berlin, Aquarell auf Fotokopie, 29,8 x 21cm
  • 2001, Museumsakademie- Berlin, Aquarell auf Fotokopie, 29,8 x 21cm
  • 2002, Mousonturm 1. OG- Frankfurt: Dibond, PU- Lack, Nachleuchtfarbe  150 x 150cm
  • 2005, Bürogebäude EG+1.OG – Bielefeld: Dibond, PU- Lack, Nachleuchtfarbe, 300 x 70cm
  • 2006, Halle 14 1. OG – Leipzig: PU Lack auf Wandoberfläche, 520 x 312cm und Digitaldruck auf PE- Folie, 155 x 96cm
  • 2006, ACC Galerie- Weimar: mit Marker colorierter S/W-Digitaldruck ca. 80 x 60cm
  • 2006, Baumwollspinnerei Halle 9 UG – Leipzig: Hartfaser PU Lack, 240 x 150cm
  • 2006, Idealhaus Europa- Typ Family 5: Dibond, PU- Lack, Nachleuchtfarbe ca. 60 x 60cm
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  • 1998, „Was drinnen ist fehlt draußen“, Galerie Fruchtig- Frankfurt
  • 1999, „Erstling“, Deutsches Ledermuseum- Offenbach
  • 2002, „Christoph Blum/ Peter Bux“, Station im Mousonturm- Frankfurt
  • 2004, „Erschüttert Bauen“, Ausstellung für Kunst und Bauen- Innsbruck
  • 2006, „Kultur der Angst“, ACC Galerie- Weimar/ Halle 14- Leipzig
  • 2006, „Werkschau“, Baumwollspinnerei- Leipzig
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  • Susanne Albers u.a.: Übungen zur Vorlesung „Effiziente Algorithmen“, Aufgabe 8.2- das Fluchtwegeproblem als Flußproblem, Dortmund 29.5. 2000
  • Henning Eichberg: Geometrie als barocke Verhaltensnorm in: Zeitschrift für historische Forschung, Bd. 4, 1977, Heft 1
  • Sabine Etzold: Die Angst des Rauchers… in: Die Zeit 44/2001
  • Gigenzer: Bauchentscheidungen, Gütersloh 2007
  • Frank Groteluschen: Exodus macht Ernstfall berechenbar in: Handelsblatt 17.6. 1998
  • Dirk Helbing: Verkehrsdynamik, Berlin 1997
  • Daniel Kahnemann, Amos Tversky: Prospect Theory: An Analysis of Decision Under Risk, Econometrica 47, 1979, S. 263- 292
  • Kersken-Bradley, Marita u.a.: Berechnung von Entleerungszeiten für Fallbeispiele, Stuttgart 2006
  • National Institute of Standards and Technology: Final Reports of the Federal Building and Fire Investigation of the World Trade Center Disaster, Washington D.C., 2005
  • S.H. Prince: Catastrophe and Social Change, PhD diss., Columbia University, 1920
  • Dirk Proske: Katalog der Risiken, Dresden 2004
  • Enrico Quarantelli: The Nature and Conditions of Panic in: American Journal of Sociology 60, Nov 1954, S 267- 275
  • Max Rauner: Stau vor dem Notausgang in: Die Zeit 66/2001
  • Amanda Ripley: Survive, Frankfurt 2008
  • Thomas Röbke: Laßt sie laufen in: Die Zeit 9.1. 2003
  • Paul Slovic: The Perception of Risk, London 2000- Gerald Traufetter: Geordnet in den Untergang in: Der Spiegel 41/ 2008
  • Harald Willenbrock: Panik von der Festplatte- Simulationsforscher lassen im Computer ums Überleben kämpfen in: NZZ Folio, Heft 02/ 2002.
  • (Kurzmeldung): Routine besiegt Angst in: Der Spiegel 29/ 2005
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2002, Mousonturm 1. OG- Frankfurt: Dibond, PU- Lack, Nachleuchtfarbe 150 x 150cm
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2005, Bürogebäude EG+1.OG – Bielefeld: Dibond, PU- Lack, Nachleuchtfarbe, 300 x 70cm
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2006, Halle 14 1. OG – Leipzig: PU Lack auf Wandoberfläche 520 x 312cm
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1998, Idealpanik- Modell: Holz, Plexiglas, Tempera, Folienschnitt, Acrylfarbe 74 x 64 x 24cm, im Präsentationssockel 87 x 77 x 175cm
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Idealpanik- Präsentation Mousonturm Frankfurt
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Zitat Kalinin im Feuerwehrmuseum Finsterwalde
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Brooklyn 11.9.2001: Fotografie von Thomas Hoepker
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Design DEWAG Leipzig
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Isis- Tempel von Philoe
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Studie für Idealpanik, 29,7 x 21cm
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Inselparadies:, Fotoabzug, Folienschnitt, 60 x 42cm
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ideale Nutzerin einer Panik, Ausbelichtung, Ölfarbe, 60 x 42cm
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Fluchtwege, 4 Dibondplatten montiert, Wasserstrahlschnitt, PU- Lack, 170 x 126cm
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Nutzbare Bodenfläche für Panik, Ausführung für Puppenstube: Dibond, PU- Lack,
5 x 5cm
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O.T.: Digitalzeichnung
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2002: 4 Seiten, 15 x 12 cm, 5€+ Versandkosten

Peter Bux: Einstweilen.dePeter Bux: Einstweilen.de